Globalisierung

Globalisierung

Der sechste und letzte Problemkreis ist die zunehmende Globalisierung und die damit verbundene Verbesserung der weltweiten Kommunikationsmöglichkeiten. Einhergehend damit ist die Standortunabhängigkeit der Produktionsstätten. In diesem Zusammenhang geistern hauptsächlich negativ behaftetete Schlagwörter wie Outsourcing, Near- und Offshore, auf gut deutsch Arbeitsplatzverlagerung, durch unsere Medienlandschaften.

Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir daraus vertrieben wurden.[1]

Der aus der Ökonomie und Soziologie stammende Begriff Globalisierung, der 1961 erstmals in einem englischsprachigen Lexikon auftaucht, bezeichnet einen mehrdimensionalen komplexen Prozess der Zunahme der nationenübergreifenden, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Beziehungen. Diesen Prozess treiben die Menschen nicht erst seit heute voran. Sie tun dies, seit sie in der Lage sind, überregionalen Handel zu betreiben. Mit der Intensivierung der weltweiten Handelsbeziehungen und der damit möglichen Arbeitsteilung bei der Erstellung von Gütern und Dienstleistungen geht eine Steigerung der Produktivität einher. Entstehende Kostenvorteile werden rigoros ausgenutzt und mehren zumeist auch den Wohlstand der beteiligten Unternehmen. Die Vorteilhaftigkeit des Handels zwischen zwei Ländern hängt übrigens nicht nur von den absoluten Produktionskosten ab, sondern von den relativen Kosten der produzierten Güter zueinander. Grundsätzlich ist demnach der Handel zwischen zwei Ländern immer dann vorteilhaft, wenn bei beiden Handelspartnern unterschiedliche Produktionskostenstrukturen existieren. Das eine Land muss für ein produziertes Gut auf weniger Einheiten eines anderen Gutes verzichten als das andere Land. In diesem Fall sollte jedes Land sich auf das Gut spezialisieren, das es günstiger herstellen kann.

Viele sprechen fälschlicherweise von “der” Globalisierung. Tatsächlich aber ist die Umgestaltung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft kein einheitlicher Prozess. Vielmehr vollzieht sich dieser auf mehreren Ebenen sowie in unterschiedlicher Intensität und Geschwindigkeit. Im Wesentlichen wird die Globalisierung ausgelöst durch verschiedene, stellenweise dramatische Veränderungen in unserer Umwelt. Im Einzelnen sind hierbei unter anderem die Öffnung der Finanz- und Informationsströme zu nennen, die Technisierung der Infrastruktur sowie zahlreiche Veränderungen in den politischen Systemen, der Unternehmensorganisation, dem gesellschaftlichen Wertesystem und vor allem auch Ihrem Verhalten als Verbraucher.

Beschleunigt wird dieser Prozess durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck. Wurde der Konkurrenzkampf bisher vorwiegend auf regionaler und nationaler Ebene ausgetragen, so konkurrieren nun immer mehr Unternehmen auf allen internationalen und globalen Märkten miteinander. Immer kürzere Innovationszyklen zwingen die Unternehmen, möglichst hohe Stückzahlen zu produzieren. Nur durch große Mengen lassen sich niedrige Stückkosten erzielen. Hohe Stückzahlen setzen aber größere Absatzmärkte voraus. Die Heimatmärkte reichen nicht mehr aus. Die Unternehmen sind gezwungen in der gesamten Welt zu verkaufen. An einen weltweiten Handel mit Fertigprodukten und Rohstoffen haben wir uns längst gewöhnt. Vergleichsweise neu ist dagegen die Globalisierung von Dienstleistungen und Forschungsaktivitäten. Der Treiber für die Unternehmen sind weniger die Kosten, sondern die Schnelligkeit und das unendliche Reservoir von Fachkräften. Aufgrund der modernen Kommunikationstechniken können zudem immer mehr Dienstleistungen über große Distanzen erbracht werden. Das wird unter anderem daran sichtbar, dass die „Headquarter-Funktionen” von Unternehmen nicht mehr ausschließlich in einer klassischen großen Verwaltungszentrale zusammengefasst, sondern zunehmend auf Standorte in mehreren Ländern verteilt werden.

[1] Hermann Karl Hesse war ein deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler. 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Auszug aus dem Kapitel “Globalisierung”.  Weitere detaillierte Infos und den vollständigen Artikel in unserem ebook “Wir sind dann mal im Ruhestand”. Demnächst hier erhältlich!


 

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