Ihr Plan

Ihr Plan

Die meisten Menschen machen in allen Bereichen des Lebens Pläne. Vieles ist auch nur ein Traum und bleibt für immer ein unerfülltes Wunschdenken. Manche Träume gelangen sogar in das Planungsstadium, aber die meisten Pläne werden jedoch nicht realisiert. Nur wenige werden umgesetzt und noch weniger davon auch erfolgreich. Denn in den seltensten Fällen trifft etwas so ein, wie man es sich ausgedacht und geplant hat. Dies ist normal. Ihr persönlicher Finanzplan wird aber gelingen, weil Sie strukturiert vorgehen und auch auf eintretende „Störfaktoren“ des Lebens vorbereitet sind. Nach dem Aufbau des theoretischen Grundwissens in den vorherigen Kapiteln fangen Sie nun schrittweise an.

  • Bringen Sie Ordnung in ihre Unterlagen

Ein Schuhkarton voller bezahlter oder unbezahlter Rechnungen, Versicherungspolicen, Gehaltsabrechnungen, Steuererklärungen, Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen und Verträgen ist ein denkbar ungünstiges Ablagesystem. Schaffen Sie sich daher zunächst einen genauen Überblick über ihre Finanzen. Ob Sie das Ergebnis in Papierform in einem Ordner ablegen oder elektronisch auf dem Rechner oder sogar verschlüsselt in der „Cloud“ speichern, ist allein ihre Angelegenheit. Entscheiden Sie, welche Methode Ihnen am besten zusagt. Viel wichtiger ist es, sich über den Inhalt der Bestandsaufnahme Gedanken zu machen. Was soll auf alle Fälle erfasst werden?

  • Banken (Giro-, Spar-, Festgeldkonten) mit IBAN, BIC, PIN, Kundenberater, Kontovollmacht, Kontoauszüge, Kreditrahmen, Zinssatz, Zahlungstermin und Laufzeit
  • Kreditkarten mit Kartennummer, Gültigkeitsdauer, PIN und Prüfziffer
  • Kredite (Ratenkredit, Hypothek) mit IBAN, BIC, PIN, Kundenberater, Kontovollmacht, Kontoauszüge, Kredithöhe, Zinssatz, Tilgungssatz, Zahlungstermin und Laufzeit
  • Wertpapiere mit Depotnummer, Ansprechpartner bei der Bank, Kontovollmacht und Depotauszüge
  • Immobilienwerte mit Grundbuchauszug, Einheitswert und Grundsteuerbescheid
  • Schließfach mit Nummer, Codewort und Inhalt
  • Versicherungen mit Versicherungsnummer, Laufzeit, Kundenberater, Zahlungstermin und Kündigungsfrist
  • Arbeitgeber mit Arbeitsverträgen, Ansprechpartner Personalabteilung und Gehaltsabrechnungen
  • Steuer mit Steuernummer, Steuerbescheid und dazugehörige Unterlagen
  • Gesetzliche Rentenversicherung mit Versicherungsnummer, Meldebescheinigungen, Versicherungsverlauf und Renteninformationen
  • Betriebliche Altersversorgung mit Versorgungszusage, Ansprechpartner und Jahresauszügen

Machen Sie sich Gedanken über ihre langfristigen Lebens- und Finanzziele. Wir meinen wirklich nur die langfristigen, strategischen und für Sie wichtigen Ziele. Sie alleine entscheiden darüber, was Sie im Leben wann und wie erreichen wollen. Manche Ziele sind ohne finanzielle Mittel realisierbar, andere und das sind die meisten, setzen den Einsatz von einigen finanziellen Mitteln voraus. Fokussieren Sie sich! Die Anschaffung eines Autos oder der Kauf von Möbeln gehört nach unserer Auffassung nicht zu diesen Lebens- und Finanzzielen. Sie erinnern sich sicher noch an das erläuterte Lebensphasenmodell von Franco Modigliani und das Generationenmodell. Genau das sollen Sie für ihre Bedürfnisse skizzieren und mit Ihrem Versicherungsbedarf und dem magischen Fünfeck der Geldanlage abstimmen.

  • Skizzieren Sie Ihre Lebens- und Finanzziele

Sie haben sicher Träume und Wunschvorstellungen, die Sie alleine oder mit ihrem Partner oder mit Ihrer Familie in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten erleben wollen. Als Denkanstoß haben wir einige mögliche Ziele aufgeführt.

  • heiraten
  • Familie gründen
  • Immobilie erwerben
  • Vermögen aufbauen
  • Schulden reduzieren
  • Risiken absichern
  • Rücklagen für den Ruhestand bilden
  • vorzeitig in den Ruhestand gehen

Beschreiben Sie diese Ziele mit den zugehörigen Jahresdaten. Sie erhalten eine Übersicht über den Verlauf Ihrer Ziele von heute bis zu ihrem Lebensende. Sie können die Aufzeichnungen in Papierform durchführen oder verwenden Sie ein Tabellenkalkulationsprogramm wie Numbers oder Excel[1]. Erwarten Sie von sich keine genauen Daten, ungefähre reichen aus, denn Sie werden diese Lebens- und Finanzskizze sowieso im Laufe ihres Lebens noch mehrmals anpassen und ergänzen.

Ihre Lebens- und Finanzziele sollen auch Ihr Vermögen und Ihre Schulden enthalten. Jeder Mensch hat Vermögenswerte oder auch Schulden, egal wie jung oder alt er ist. Demnach auch Sie! Vielleicht gehören Ihnen größere Werte als nur das Auto oder die Wohnungseinrichtung. Haben Sie eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen, haben Sie in Aktien, Anleihen, Sparbriefen, Festgeldanlagen oder Fonds investiert? Oder besitzen Sie sogar noch ein Sparbuch? Nennen Sie eine Briefmarken- oder Münzensammlung Ihr Eigentum? Sammeln Sie Kunstobjekte? Besitzen Sie Schmuck oder andere Wertgegenstände? Vielleicht haben Sie auch schon eine Eigentumswohnung oder gar ein Haus erworben? Wenn Sie in den eigenen vier Wänden wohnen, dann haben Sie sicher auch Schulden. Sei es ein Hypothekenkredit oder Bauspardarlehen oder ein Kredit für die Wohnungseinrichtung. Aber fokussieren Sie sich! Nicht in Details verzetteln! Als Stichtag für die Bestandsaufnahme empfehlen wir, den 31.12 eines Jahres zu wählen, da Ihre Bank eine Bewertung ihrer Konten, Depots oder Kredite zu diesem Tag automatisch vornimmt und Ihnen komplizierte Berechnungen erspart bleiben. Auch für Ihre Kapitalversicherungen bekommen Sie von ihrem Versicherungsgeber einen Kontoauszug zugesandt. Dieser enthält unter anderen drei interessante Werte. Die Vertrags- oder Versicherungssumme stellt den Betrag dar, den Sie auf alle Fälle als Einmalzahlung oder als Rente ausgezahlt bekommen. Da Ihre Versicherungsgesellschaft hofft, Ihr eingezahltes Kapital innerhalb der Vertragslaufzeit zu vermehren, wird die Ablaufleistung ebenfalls angegeben. Als Vermögenswert Ihrer Kapitalversicherung zum heutigen Zeitpunkt ist aber nur der Rückkaufswert von Interesse. Was Ihre eigenen vier Wände wert sind, können Sie mit dem Ertragswert- oder Sachwertverfahren feststellen. Eine Darstellung der beiden Verfahren erfolgt später. Den Wert für Ihr Auto, Ihrer Wohnungseinrichtung und Sammlungen, egal ob Briefmarken, Münzen, etc. nehmen Sie nicht auf. Es sei denn es handelt sich um umfangreiche und hochwertige Objekte. Der Grund hierfür ist, dass zum einen für diese Wertgegenstände vielfach kein Markt vorhanden ist und zum anderen der Wert im Laufe der Zeit rapide fällt. Nehmen Sie bei Vermögenswerten noch die jährliche Wertsteigerung, respektive den Habenzinssatz und das Jahr des Erwerbs und des eventuellen Verkaufs auf, bei Schulden den zu zahlenden Zinssatz, die Annuität und ebenfalls das Entstehungsjahr und eventuell das Jahr der Schuldenfreiheit.

Ein Familienvater wird im Februar 2015 44 Jahre. Mit seiner gleichaltrigen Ehefrau hat er Zwillinge, die in 2015 11 Jahre alt werden. Die Kinder sollen studieren, man geht davon aus, dass beide mit 26 Jahren auf eigenen Füßen stehen. Spätestens im Jahre 2017 will man ein Reihenhaus für 300.000 Euro erwerben. Aus einer Erbschaft und schon angespartem Vermögen sind 100.000 Euro Eigenkapital in einer Tagesgeldanlage zu 1% Zins vorhanden. Das Haus will man in 20 Jahren abbezahlen. Der Zinssatz für die Hypothek beträgt für die gesamte Laufzeit 3%. Zusätzlich besitzt die Familie weiteres langfristiges, als Festgeld zu 3% angelegtes Vermögen, im Wert von 50.000 Euro. Mit 63 Jahre will man gemeinsam in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Wahrscheinlich wird man mit dem vorgezogenen Rentenbeginn noch eine Eigentumswohnung beerben. Diese will man dann vermieten. Beide hoffen 85 Jahre alt zu werden. Die Aufstellung der Ziele und die Berechnung erfolgt im Jahre 2015.

Ihr Plan

 

[1] Excel ist ein Tabellenkalkulationsprogramm der Firma Microsoft Corporation, Numbers von der Firma Apple Inc.

Auszug aus dem Kapitel “Ihr Plan”. Weitere detaillierte Infos und den vollständigen Artikel in unserem ebook “Wir sind dann mal im Ruhestand”. Bei Amazon erhältlich!


 

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