Problemkreise und Einflussfaktoren

Warum können viele Menschen mit Geld nicht umgehen? Andere hingegen erarbeiten sich Wohlstand und sogar ein beträchtliches Vermögen. Haben die einen Glück, die anderen nicht? Arbeiten die Menschen um zu leben oder leben sie um zu arbeiten? Warum kann nicht jeder zu jedem selbst gewählten Zeitpunkt dem hektischen und stressigen Arbeitsleben Lebewohl sagen oder wenigstens kürzer treten? Sie sehen, es gibt eine Menge Fragen, aber zunächst keine Antworten. Sie benötigen, und das ist klar, eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit, um einfach die Freiheit zu haben, sich im Leben schöne Dinge zu leisten, zu reisen, sich kostenintensiven Hobbys hinzugeben oder auch vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Nur wo kommt das Geld dazu her? Die gängige Antwort „Ich verdiene zu wenig“ ist nicht nur zu einfach, sondern im Allgemeinen auch falsch. Um die richtige Antwort zu finden, muss man diese Aussage intensiv hinterfragen. Aus welchen Quellen steht Geld zur Verfügung? Geldmittel sind zum einen die laufenden Einnahmen aus einer Beschäftigung, sprich Gehalt oder aus einem Vermögen, sprich Zinsen und zum anderen die laufenden Einnahmen aus einer Verwertung eines Vermögens oder zukünftig zu erwartenden Einnahmen, sprich Renten und Pensionen. Den Fokus legt man gedanklich aber nur auf den ersten Teil und dies ist der entscheidende Fehler. Unter Umständen haben Sie bei Einbeziehung der Verwertung eines Vermögens oder der zukünftigen Einnahmen keinen „Geldmangel“. Es gibt aber noch weitere Faktoren, die Ihre persönliche Finanzkraft, die letztlich die finanzielle Unabhängigkeit bestimmt, beeinflussen.

Kein Tag vergeht, an dem wir nicht in den Nachrichten, in den Tageszeitungen oder in einschlägigen Magazinen Informationen über die sich verschlechternde Finanzsituation der Rentenkassen, über steigende Kosten des Gesundheitssystems, über notwendige und wünschenswerte Steuererhöhungen oder -senkungen, über die zu hohe Arbeitslosigkeit bei älteren oder schlecht ausgebildeten Mitbürgern, über zu geringes Wirtschaftswachstum in einigen Regionen, bedingt durch die Globalisierung, über die Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise der Banken oder über die Euro-Krise hören oder lesen. Die sogenannten Wirtschaftsexperten und die Politiker aller Parteien lassen zudem keine Gelegenheit aus, die wirtschaftliche Situation unseres Landes zu kommentieren, und uns bei passender Gelegenheit die aberwitzigsten Ideen zur Lösung der obigen Probleme zu unterbreiten. Egal was aber der Gesetzgeber mit Hilfe seiner „Berater“ uns als Bürger als Wundermittel zumutet, Sie müssen sich auf drastische Kürzungen der gesetzlichen Renten, auf steigende Gesundheitsausgaben, auf weiterhin komplexe Steuergesetze und auf eine „hohe“ Arbeitslosigkeit in einigen Schichten unserer Gesellschaft einstellen. Obwohl unsere Politiker immer wieder das Gegenteil beteuern, finden Ältere und Menschen mit keinem oder niedrigen Ausbildungslevel keine Arbeit. Man schönt lieber die Statistiken, als uns die Wahrheit zu sagen. Diese arbeitssuchenden Menschen werden nach einiger Zeit einfach nicht mehr erfasst. Die weltweite angespannte Lage bei den Banken und der Schuldenstand der Euroländer wird zudem unsere Regierung dazu zwingen, schmerzhafte Eingriffe in unserem Gesellschafts- und Wertesystem vorzunehmen. Wir Deutschen haben damit zu kämpfen, dass uns unsere Geschichte einen sozialen Kapitalismus vermittelt hat, im Gegensatz zu Amerika. Dort wird der kalte, der engere Kapitalismus gelebt: Leistung, Leistung und noch mal Leistung! Mancher Amerikaner mag uns zwar für unsere kapitalistischen Überzeugungen für mehr Gleichheit und Gerechtigkeit, für mehr soziale Sicherheit, für mehr Freizeit, für mehr Gesundheit bewundern, aber gleichzeitig wird Kritik wegen der hohen Steuern in unserem Lande laut. Ja, diese sind zu hoch, obwohl das einige Politiker nicht wahrhaben wollen und Steuererhöhungen fordern. Aber mit diesen unterschiedlichen Paradigmen wird eben Wirtschaftspolitik gemacht. Wer, wie die Amerikaner an Leistung glaubt, braucht niedrige Steuern und wenig staatliche Eingriffe. Wer, wie wir Deutschen dem Zufall nichts überlassen will, braucht staatliche Umverteilung zur Gleichheit und Gerechtigkeit. Um aber überhaupt verteilen zu können, braucht der Staat hohe Steuereinnahmen. Was wir dabei oft vergessen, ist die Tatsache, dass wir nur den Ertrag umverteilen können. Wo aber viel umverteilt wird, lohnt sich die Leistung kaum. Der Ertrag wird demnach geringer ausfallen. Dies bedeutet wiederum weniger Umverteilung. Eine Abwärtsspirale, die jeder an seiner eigenen wirtschaftlichen Situation nachvollziehen kann? Oder hoffentlich nicht! Ob wir uns in naher Zukunft von diesem Umverteilungsmarkt zum amerikanischen Leistungsmarkt entwickeln können, mag bezweifelt werden, da unsere langjährige Erziehung und unsere Wertevorstellung über den Kapitalismus dagegen sprechen.

  • Ihre finanzielle Unabhängigkeit wird daher im starken Maße von sechs Problemkreisen beeinträchtigt: leere Rentenkassen, explodierende Gesundheitskosten, kompliziertes Steuerrecht, Arbeitslosigkeit, staatliche Eingriffe und Globalisierung.

Diese Problemkreise werden durch innere und äußere Einflussfaktoren verstärkt, geschwächt oder überlagert. Dies sind aber gleichzeitig die einzigen Stellschrauben, um die Problemkreise im Sinne einer günstigeren Entwicklung zu beeinflussen und die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Der einfachste, aber auch der am schwierigsten durchzuführende Einfluss, den Sie ausüben können, ist die Verantwortung dafür zu tragen. Ohne den eigenen Antrieb, die Problemkreise lösen zu wollen, werden Sie scheitern. Sie benötigen dazu viel Motivation und den unbedingten Willen die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Andererseits haben Sie wie jedes Individuum einen persönlichen Level des Glücks und der Zufriedenheit. Was den einen glücklich macht, ist dem anderen noch lange nicht recht. Ihren Level müssen Sie herausfinden! Weitere Einflussfaktoren sind sicherlich die laufenden Einnahmen und Ausgaben sowie das vorhandene Vermögen oder die anstehende Erbschaft. Ihr Handlungsspielraum bei höherem Einkommen ist deutlich größer. Wenn Sie Ihre Ausgaben nicht im Griff haben, nutzt Ihnen aber auch ein hohes Einkommen nichts. Sie verharren in der „Schuldenfalle“. Mit einem großen Vermögen oder Erbschaft haben Sie Gestaltungsspielraum in der Zukunft. Alle diese Faktoren spielen aber nur eine untergeordnete Rolle, wenn persönliche „Schicksalsschläge“ Sie ereilen. Eine Krankheit kann alles über den Haufen werfen. Daher muss Ihnen die eigene Gesundheit sehr wichtig sein. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Scheidung stellen eine Herausforderung dar. Sie können auch von Umstrukturierungsmaßnahmen bei ihrem Arbeitgeber betroffen sein. Aufhebungsverträge mit einer Zahlung einer Abfindung oder Altersteilzeitprogramme sind dann für Sie wichtige Themen. Es gibt aber auch positive Ereignisse, die Ihr Leben verändern. Die Heirat mit Ihrem Traumpartner, das erste gemeinsame Kind, gehören sicher dazu. Auch der Erwerb einer Immobilie, wenn einige Voraussetzungen gegeben sind und eine projektorientierte Vorgehensweise beim Kauf eingehalten wird. Aber selbst wenn Sie die Verantwortung ausüben, glücklich und zufrieden leben, ein ausreichendes Einkommen haben, ein Vermögen erwirtschaftet haben, gesund sind und bleiben, so ist die eigene Finanzplanung der wichtigste und bedeutendste Faktor und Stellschraube. Wenn Sie in den Tag hineinleben und alles dem Zufall überlassen, werden Sie zumindest mit der Thematik der finanziellen Unabhängigkeit Schwierigkeiten bekommen. Denn ohne Planung läuft hier nichts, dass muss Ihnen bewusst sein.

  • Fassen wir zusammen! Die Einflussfaktoren lauten: Finanzplanung, Verantwortung und Motivation, Glück und Zufriedenheit, Einnahmen und Ausgaben, Vermögen und Erbschaft und gegebenenfalls individuelle Faktoren.

Auszug aus dem Kapitel “Problemkreise und Einflussfaktoren”. Weitere detaillierte Infos und den vollständigen Artikel in unserem ebook “Wir sind dann mal im Ruhestand”. Bei Amazon erhältlich!


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