Prolog

Morgens um sieben. Wir trauen unseren Ohren nicht. Wir übernehmen unseren größten Wettbewerber und steigen zum zweitgrößten Computerkonzern der Welt auf. Natürlich nicht wir, sondern unser gemeinsamer Arbeitgeber. Kaum zu glauben. Eine gute Nachricht, die genau in unser Weltbild passt. Die Vorfreude ist riesig. Die gemeinsame Zukunft kann so rosig sein. Es wird weiter aufwärts gehen. So jedenfalls unsere ersten Gedanken. Unser Aktienkurs hatte sich vom All-Time-High am 2. Juni 2000 um mehr als 60 Prozent reduziert. Nun wird wieder alles besser und gut, denken wir. Wie man sich täuschen kann. Vor lauter Euphorie erkennen wir nicht, dass diese Fusion nur dann Sinn macht, wenn man das Produktportfolio bereinigt, Synergien schafft und die Kosten senkt. Mit einfachen und anderen Worten: Abbau und Verlagerung von Arbeitsplätzen. Wenige Wochen nach dieser Meldung erfahren wir das ganze Ausmaß. Allein in Deutschland fallen über 1000 Mitarbeiter der Fusion zum Opfer. Lange Zeit galt unser Unternehmen als ein Vorzeige-Unternehmen. Wegen der Unternehmenskultur und -werte waren alle Mitarbeiter sehr loyal und hoch motiviert, Stellenabbau war ein Fremdwort und das Image als Unternehmen und Arbeitgeber war außergewöhnlich positiv.

Mit der vertrauensvollen gegenseitigen Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern war nun augenblicklich Schluss. Ein Riss ging durch das Unternehmen. Noch war uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, welchen Einfluss dieses Ereignis auf unsere Lebensplanung haben würde. Es ist sicher eine positive menschliche Wesenseigenschaft Schicksalsschläge wie diese, ja sogar noch weit Schlimmere, zu verdrängen und sich in eine Art Winterschlaf mit deutlich weniger Aktivität und eingeschränkten Wahrnehmungen zu retten. Es wird uns auch mitgeteilt, dass wir persönlich nicht direkt von der Abbauwelle betroffen sind, und wir beginnen sogleich den selbstgebastelten Kokon langsam zu verlassen, also „Business as usual“. Im tiefsten Innern setzt sich aber ein kaum merkbares Geschwür fest. Es wartet nur darauf mit weiterer „Nahrung“ versorgt zu werden, um unaufhaltsam weiter zu wachsen. Unternehmen, obwohl von Menschenhand mit hoher Intelligenz gesteuert, sind halt als Gesamtheit keine denkenden und einfühlsamen Individuen. Denn ansonsten wäre es unvorstellbar, dass man sich von der eigenen Zukunft, den hoch motivierten Mitarbeitern, absichtlich ohne wirtschaftliche Not trennt, nur um der Fiktion des „Shareholder Value“ nachzujagen. Die hochbezahlten Manager verstehen nicht, dass demotivierte Mitarbeiter der Anfang vom Ende sind. Im Nachhinein betrachtet war dieses Ereignis für uns nicht der Anfang vom Ende, sondern der Beginn einer erfolgreichen „Reise“ in den vorgezogenen Ruhestand. In den nächsten Jahren kamen trotz gegenteiliger Aussagen des Managements weitere Firmenübernahmen und Abbauwellen hinzu. Auf der Grundlage des vorhandenen Wissens über die persönliche Finanzplanung haben wir uns deshalb mehr und mehr mit den in diesem Zusammenhang stehenden Themen befasst, mit Kolleginnen und Kollegen um den Arbeitsplatz gezittert und gekämpft, nach Lösungen gesucht, Kolleginnen und Kollegen unterstützt und beraten, aber auch unseren eigenen Weg gefunden und realisiert. Mit einigem Abstand blicken wir nichts desto trotz auf eine abwechslungsreiche und erfolgreiche berufliche Tätigkeit bei unserem Arbeitgeber zurück. Wir wollen diese Zeit nicht missen, denn wir haben außergewöhnliche Freiräume gehabt und genutzt, viel gelernt, gute Vorgesetzte erfahren und haben am Erfolg des Unternehmens mitgearbeitet. Mit anderen Worten: Wir sind stolz auf diesen Arbeitgeber!

Wir möchten Sie mit diesem Buch einladen, unsere „Reise“ im Nachhinein zu begleiten, an unseren Erfahrungen teilzuhaben und zu partizipieren, von dem eigenen Vorruhestand oder Ruhestand zu träumen, mit eigenen Plänen zu beginnen und diese umzusetzen. Wir wurden oft gefragt, in welchem Alter man mit der Ruhestandsplanung beginnen sollte? Vielfach stehen Sie noch am Anfang ihres Berufslebens, und es sind andere Dinge im Moment viel schöner, dringlicher und wichtiger. Dies ist gut und richtig so, aber Sie können trotzdem nicht jung genug sein, um mit Überlegungen und Maßnahmen zu beginnen, denn je älter Sie sind, umso weniger Möglichkeiten bestehen, finanzielle Lücken zu schließen. Unsere Antwort auf die Frage lautet daher: Beginnen Sie noch heute mit ihrer persönlichen Planung, egal in welchem Alter! Den eigenen Ruhestand kann man nämlich nur nach vorne verlängern!

Jetzt wissen Sie zwar, dass Sie planen müssen und stellen gleich die nächste Frage: Warum? Ihrer Meinung und Halbwissen nach beziehen Sie doch irgendwann die gesetzliche Rente, die im Ruhestand das Auskommen sichert. Wenn Sie zudem 45 Jahre gearbeitet haben, gehen Sie mit 63 Jahre ohne Rentenabschläge in den Ruhestand. Also warum nur? Weil diese Aussagen schlicht und ergreifend falsch sind. Die gesetzliche Rente sichert ihnen nicht das letzte Nettogehalt, sondern nur ein weit geringeres Rentenniveau ab. Eine große finanzielle Lücke tut sich auf. Die Rente mit 63 muss eigentlich für die Mehrzahl der Menschen Rente mit 65 heißen und ist an viele Voraussetzungen geknüpft. Außerdem bietet Ihnen das Leben viele von Ihnen gedanklich noch nicht berücksichtigte Störfaktoren, um nur drei Wichtige zu nennen: Arbeitslosigkeit, Krankheit und Scheidung. Es gibt also für Sie viele Gründe dieses Buch zu lesen!

Auszug aus dem Kapitel “Prolog”. Weitere detaillierte Infos und den vollständigen Artikel in unserem ebook “Wir sind dann mal im Ruhestand”. Bei Amazon erhältlich!


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